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  • Die Geschichte wird eine Wende nehmen, alles wird anders werden | Photo credit: Image free of copyrights under Creative Commons CC0
Bibellehre

Wendepunkt der Geschichte

Pfr. Henk Poot - 8. April 2019

Immer wieder erkennt man in den Psalmen, besonders aber in den Propheten, die Verheißung Gottes, dass er im Schicksal Judas und Israels eine Wende zustande bringen wird. Die Geschichte wird eine Wende nehmen, alles wird anders werden.

Vielleicht ist nicht alles mit einem Mal perfekt, wo es aber hingeht, dürfte schon klar sein. Aber wie genau geht’s dann weiter?

Erbarmen und Wiederkehr
Es fängt mit Erbarmen an. Gott nimmt sich Seines Volkes an. Er lässt Sein Herz reden und deckt die Sünden Seines Volkes zu (Psalm 85,3). Das will heißen, dass ganz allmählich das Exil aufgehoben wird. Israel lebt zerstreut unter den Völkern, aber der Herr wird sie in die Heimat zurückführen. „Wenn deine Verstoßenen am Ende des Himmels wären, selbst von dort wird der HERR, dein Gott, dich sammeln, und von dort wird er dich holen“, so lesen wir in 5. Mose 30,4. Gott wird Sein Volk in ihr Land einpflanzen und zwar so fest, dass man sie nicht mehr aus ihrem Land wird herausreißen können (Amos 9,15). Er wird das Land wiederherstellen und Israel bauen wie im Anfang (Jeremia 33,7). Gott wird die Bevölkerung zunehmen lassen. Er wird nicht erlauben, dass die Zahl der Kinder Israels sich vermindert. (Jeremia 30,19). Letztendlich wird Gott Israel zum Namen und zum Lobpreis machen unter allen Völkern der Erde (Zephanja 3,20). Die Verachtung des jüdischen Volkes wird endgültig aufhören.

Vielleicht ist letzteres das Allerletzte das geschieht. Denn es steht im Zusammenhang mit dem was Gott auch im Erbarmen Seines Volkes tun wird. Er wird Seinen Namen kundtun, sich vor den Augen der vielen Nationen als der heilige Gott Israels erweisen (Hesekiel 39,27).

Zur Vollendung
Ich glaube, dass wir in unseren Generationen diese Wendung erleben. Es gibt Entwicklungen, die meine Großeltern nicht gekannt haben. Man konnte zwar andeutungsweise etwas erahnen, aber so ausdrucksvoll wie in unseren Tagen war es nicht. Die Wende in der Geschichte vollzog sich nach dem Tiefpunkt der Geschichte: die Schoah (Holocaust). So reden die Propheten auch davon: Nach dem Tal der vertrockneten Gebeine, erbarmt sich Gott Seines geschlagenen Volkes, Seiner verwundeten, betrübten Braut. Der Geist löst sich. Mit voller Kraft durchweht er die Heilsgeschichte. Die Entwicklungen wechseln sich immer schneller ab, denn es handelt sich ja um die letzten Dinge. Alles eilt jetzt zur Vollendung hin, zur vollkommenen Erlösung. Zuerst muss aber noch eine Entwicklung stattfinden: Die Sammlung der Völker nach Jerusalem.

Nach Jerusalem
Das Schmähen Israels ist in den Jahren nach dem Holocaust nahezu verstummt. Übrigens hat das nicht sehr lange gedauert. Diesmal ist es aber nicht etwas, das dem jüdischen Volk einfach zustößt. Propheten wie Sacharja und Joel (Kapitel 4) sagen, dass jetzt ein Plan Gottes dahintersteckt. In den Tagen wo Gott das Schicksal Judas und Israels wendet, sammelt er auch die Völker der Erde um Jerusalem. Sie können ihre Finger nicht davonlassen. Es ist wie ein Wahn, der sie gefangen hält. Sie wollen es, müssen es aber auch. Gott sagt, er werde mit den Völkern ins Gericht gehen wegen ihrer Taten und wegen der Zerstreuung seines Erbteils Israel unter die Nationen. Gott sagt aber auch, dass er sich vor den Augen aller Nationen in all seiner Pracht und Majestät erkennbar machen wird. Es ist uns klar, dass dann auch der Messias an der Spitze Seiner himmlischen Heerscharen erscheint. Es ist uns klar, dass dies der Moment sein wird, wo der Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels erscheinen wird. Denn wenn er kommt, wird dies sein vor den Toren Jerusalems. Nur dort. Wird dies auch der Moment sein, wo die Gräber sich öffnen und die Toten aus dem Tal der vertrockneten Gebeine, mit der Auferstehung bekleidet, Jerusalem erreichen und Einzug halten werden?

Gott gibt die Zusicherung, dass er das Schicksal Israels wenden werde. Ich glaube, wir werden es noch erleben. Es bewegt sich auf einen Höhepunkt zu, wo das jüdische Volk zum Ruhm und zum Schmuck bei allen Nationen der Erde sein wird (Jeremia 33,9): die Nation, die Gott selber schuf, Sein auserwähltes Volk, Gefährte, Knecht des Herrn. Es fragt sich aber schon, ob auch in der Lage der Kirche eine Wende vorzufinden ist. Als Christen an der Seite Israels wissen wir, was Gott für Juda und Israel tun wird und fühlen uns dazu berufen der Kirche ans Herz zu legen, dass Gott Seinem Volk die Treue hält und all Seine Verheißungen an Israel einhält. Wie wäre es, was würde es für Gott bedeuten, wenn wir uns als Kirche auf dem Wendepunkt der Geschichte nach Jerusalem umkehren und genau das tun, was Propheten und Apostel gesagt haben: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit Seinem Volk!“ (Römer 15,10).

[Übersetzung: Heinz Volkert]

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