• Raketensplitter verursachten große Schäden und Verwüstungen an Gebäuden in Südisrael - auch wenn diese nicht direkt getroffen wurden.
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Gaza, Israel und der Iran

Marie-Louise Weissenböck - 14. Juni 2019

Am ersten Wochenende in Mai stand der Süden Israels unter Beschuss. Innerhalb von 48 Stunden wurden mehr als 700 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Sie erreichten Städte wie Ashkelon, Ashdod und Beer Sheva. Dahinter standen die Terrororganisationen Hamas und der Islamische Jihad. Es war der schwerste Gewaltausbruch zwischen den Palästinensern und Israel seit dem letzten Gazakrieg 2014.

Vier Israelis wurden getötet und über hundert schwer verletzt. Durch das ständige Heulen der Sirenen und das stunden- bis tagelange Ausharren in Bunkern wurden viele Menschen traumatisiert.

Das israelische Militär reagierte mit Gegenangriffen auf Stützpunkte der Terrororganisationen Hamas und des Islamischen Jihad in Gaza. Auf palästinensischer Seite gab es laut Gesundheitsministerium 19 Todesopfer und 146 Verletzte. Neu war, dass es diesmal auch Angriffe gegen den Palästinensischen Islamischen Jihad gab. Der PIJ ist eine radikal-terroristische Organisation, die seit 1981 in palästinensischen Gebieten tätig ist. Die PIJ ist die einzige sunnitische Organisation, die Ayatolla Khomeini (den Wegbereiter der Islamischen Revolution im Iran) als Führer der gesamten islamischen Welt ansieht.

Die PIJ wird hauptsächlich vom Iran finanziert und unterhält sehr gute Beziehungen zur Hisbollah. Dadurch konnte sich die Terrororganisation auf den Libanon und die palästinensischen Flüchtlingslager ausweiten. Auch die Hamas bezieht Gelder vom Iran, der Palästinensische Islamische Jihad jedoch ist zur Gänze ein politisches Instrument des iranischen Regimes. Jedes Jahr sendet der Iran etwa 100 Millionen Dollar in den Gazastreifen. Davon ist der Großteil für den Jihad bestimmt, den der Iran benutzt, seine Position in der Region zu stärken.

Während Ägypten, ein guter und solider Verbündeter Israels, den Gazastreifen beruhigen und vor allem von den jihadistischen Terrorgruppen im Nordsinai abschneiden will, sieht Iran das Territorium mit seinen zwei Millionen hochgradig belasteten Einwohnern als eine weitere, geradezu ideale Basis zur Stärkung seines Einflusses in der Region.

Von israelischer Seite wird angenommen, dass die meisten der Raketen vom PIJ und nicht der Hamas stammten. Der Iran ging vermutlich davon aus, dass Israel aufgrund des Unabhängigkeitstages in der darauf folgenden Woche und des Eurovision Song Contests in Tel Aviv zurückhaltend reagieren würde.

Nach dem katastrophalen Wochenende wurde ein Waffenstillstand erreicht, der aber brüchig ist.

Der Konflikt zwischen der Hamas und Fatah, der zu einer faktischen Teilung der Palästinensischen Autonomiebehörde geführt hat, hat zur Folge, dass für Israel kein einheitlicher Verhandlungspartner auf palästinensischer Seite vorhanden ist. Die Hamas, sowie andere militante Gruppierungen im Gazastreifen hegen einen tiefsitzenden Hass gegenüber Israel und solange der jüdische Staat existiert, werden diese Gruppen seine Bekämpfung mit allen Mitteln anstreben. Die Hamas hat sich in der Vergangenheit nie als vertrauenswürdiger Partner erwiesen und hat humanitäre Hilfe immer wieder für Terrorzwecke ausgenutzt. Die prekäre humanitäre Lage der eigenen Bevölkerung war bisher nie Motivation, Frieden mit Israel anzustreben. Solange der Gazastreifen von einer militanten Terrororganisation kontrolliert wird, werden nicht nur die dramatische humanitäre Situation der lokalen Bevölkerung, sondern auch weitere gewalttätige Auseinandersetzungen mit Israel in der Zukunft nicht auszuschließen sein.

Christen an der Seite Israels rief zur Nothilfe für die Bürger Südisraels auf. € 100.000 konnten überwiesen werden. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender!

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